Corona-Synode

In Zeiten der Krise schlägt die Stunde der Exekutive. Das Landeskirchenamt hat im Lockdown versucht, die gesamtkirchliche Kommunikation herzustellen und die Rechtsverordnungen des Landes in kirchliche Gegebenheiten zu übersetzen. Die Stunde der Exekutive muss aber auch wieder vorbei sein. Die Pandemie forderte die Synode der Hannoverschen Landeskirche heraus. Die Sitzungswoche wurde auf einen Tag im Juli begrenzt.

Die finanziellen Auswirkungen standen ganz oben auf der Beratungsliste. OLKR Dr. Rolf Krämer prognostizierte ein Minus der Einnahmen von 15 % im Corona-Jahr. Erste Steuerschätzungen sehen erst das Jahr 2022 wieder auf dem Niveau von 2019.Die Kirchensteuereinnahmen werden sich langfristig seitwärts entwickeln. Das legt sowohl die Freiburger Studie der Mitgliederentwicklung als auch die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt nah (Kurzarbeitergeld führt keine Kirchensteuer ab). Dieser Seitwärtsbewegung steht der Anstieg der Ausgaben durch Preis- und Gehaltssteigerungen gegenüber. Die Kirchensteuer macht im landeskirchlichen Haushalt über 90 % der Erträge aus.

Bis 2023 vermutet man ein Haushaltsdefizit von ca. 120 Mio. € und bis 2030 von 450 Mio. €. „Da kommt ein strukturelles Problem auf uns zu“, so Krämer. Was zu der Frage führt: „Wie reduzieren wir den Bedarf?“
Vor diesem Hintergrund sind Kreditlinien keine Option. Einsparungen sind das Gebot der Stunde. Die Synode beschloss eine Wiederbesetzungs- und Haushaltssperre, die eine Minderausgabe von 10 % bis Ende 2020 vorsieht. Die Gesamtzuweisungen aus dem landeskirchlichen Haushalt für die Kirchenkreise sind nicht betroffen. Der Jahresabschluss 2019 bildet noch eine andere Zeit ab. 45 Mio. € Überschuss werden mit je 20 Mio. € für die Risiko- und Versorgungsrücklage und mit 5 Mio. € als Vortrag in 2020 verteilt. Wie geht es mit der Landeskirche nach Corona weiter? 2021/2022 muss ein ausgeglichener Haushalt aufgestellt werden. „Das wird zum Drahtseilakt“, so Krämer. Für das strukturelle Haushaltsproblem ab 2023 wird ein Verfahren zu organisieren sein, bei dem möglichst alle kirchenleitenden Organe beteiligt werden. Damit ist Anfang 2021 zu beginnen. Es stellt sich die Frage „Wie soll eine Minderheitenkirche in der Zukunft aussehen?“

Neben der Finanzlage der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gab es weitere Themen. Allesamt wurden diese zur Beratung in die entsprechenden Fachausschüsse der Synode überwiesen. Die Personalentwicklung in der kirchlichen Verwaltung stellte Präsidentin Dr. Stephanie Springer vor: Wesentliche Grundlage des landeskirchlichen Personalentwicklungsrahmenkonzeptes bildet das Kompetenzmodell. Bei der Personalauswahl wird es angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels in der kirchlichen Verwaltung entscheidend darauf ankommen, ein Verfahren zu entwickeln, mit dessen Hilfe eine möglichst weitgehende Übereinstimmung zwischen dem nach Kompetenzen definierten Anforderungsprofil einer Stelle und dem persönlichen Kompetenzprofil der BewerberInnen ermittelt werden kann.

Anstelle von Regelbeurteilungen treten die Anlassbeurteilung.

Oberkirchenrätin Burmeister hielt den Zwischenbericht des Landeskirchenamtes über den Reformprozess zum neuen Kirchenvorstandsbildungsgesetz. 2024 ist die nächste Wahl.
Vorgeschlagen wird, dass die sechsjährige Amtszeit bleibt. Neben die Urnenwahl tritt die allgemeine Briefwahl und Onlinewahl. Die Durchführung der Wahl soll stark vereinfacht werden.
OLKR Dr. Kerstin Gäffgen Track forderte, die Jugendarbeit in der Landeskirche strukturell und finanziell zu unterstützen. Es wird einen breit angelegten Partizipationsprozess mit Jugendlichen, Mitarbeitenden in der Jugendarbeit, sowie auf den verschiedenen Ebenen der Hannoverschen Landeskirche mit dem Ziel, Ideen für eine nachhaltige und zukunftsfähige kirchliche Jugendarbeit zu entwickeln, geben.
Gunda Dröge