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Tod und Trauer

Wenn der Verlust eine große Lücke hinterlässt

Nichts trifft uns so hart wie der Tod eines geliebten Menschen. Wo wir eben noch miteinander geredet und gemeinsam gelacht oder geweint haben, ist plötzlich eine riesengroße Lücke, die uns buchstäblich den Boden unter den Füßen wegreißt. Die Hinterbliebenen behutsam in ihrer Trauer zu unterstützen, ist auch heute noch eine wesentliche Aufgabe einer christlichen Gemeinde.

Vom Umgang mit dem Tod

Wie genau ein Mensch stirbt, ist so individuell wie sein Leben. Manchmal kommt der Tod ganz unvorbereitet und plötzlich, manchmal ist er die Erlösung nach einem langen Leiden und ein anderes Mal kommt er ganz friedlich nach einem erfüllten und langen Leben. Doch ganz unabhängig davon ist die Trauer bei den Hinterbliebenen groß. Und jeder geht ein wenig anders mit dem Verlust um. Hilflosigkeit und Leere, eine tiefe Traurigkeit oder Verzweiflung bis hin zur Schockstarre und manchmal auch Gefühle wie Wut oder Schuld: Trauer kann viele Facetten haben. Viele Hinterbliebene fragen sich, ob sie diese Gefühle denn eigentlich zulassen dürfen oder ob sie nicht vielmehr im Widerspruch zum christlichen Glauben und der damit verbundenen Hoffnung stehen. Nein, es ist kein Widerspruch. Wir alle müssen irgendwann sterben und wir alle müssen auch gelegentlich von einem geliebten Menschen Abschied nehmen. Doch die Trauer ermöglicht uns auch eine wichtige Erfahrung: Ich darf darauf vertrauen, dass Gott mich behütet und mich trägt, auch wenn es mir schlecht geht. Ein bewusst erlebter Trauerprozess kann zudem auch eine Art Geschenk sein. Er gibt den Hinterbliebenen die Möglichkeit, Frieden mit alten und verschüttet geglaubten Konflikten zu schließen und die Beziehung zu dem verstorbenen Menschen ganz für sich zu klären. Insofern ist Trauer auch immer ein persönlicher Reifungsprozess.

Verlust und Trauerarbeit mit der christlichen Gemeine erleben

Die Zeit der Trauer macht uns deutlich, dass unsere Seele ein anderes Tempo hat als unsere Alltagsroutine. Sie braucht ihre Zeit. Die Psychologie nennt das Trauerarbeit. Innerhalb einer christlichen Gemeinde kennt die Trauerarbeit verschiedene Aspekte. Da ist beispielsweise der Ewigkeitssonntag, an dem jedes Jahr der lieben Verstorbenen gedacht wird. Wir verlesen im Gottesdienst die Namen all jener Menschen, die uns im zurückliegenden Jahr verlassen haben. Per Telefonseelsorge und mittlerweile auch per Internetseelsorge erhalten Hinterbliebene in ihrer Trauer seelsorglich Hilfe, wenn die Traurigkeit ihnen die Luft zum Atmen nimmt. Die Beratungsstellen besitzen ein hohes Maß an Feingefühl und kennen die Bedürfnisse trauernder Menschen. Hinterbliebene erhalten hier ein Verständnis, das wie Balsam auf die Seele wirkt.

Christliche Patientenvorsorge

Für all jene Menschen, die wissen, dass der eigene Tod nicht mehr fern ist, wurde außerdem die christliche Patientenvorsorge entwickelt. Sie umfasst neben einer Patientenverfügung und einer Vorsorgevollmacht auch die Möglichkeit, Behandlungswünsche zu äußern und eine Betreuungsverfügung festzuhalten. Die entsprechenden Formulare sind im Pfarrbüro erhältlich. Von hoher Bedeutung ist auch die öffentliche Trauerfeier. Sie führt nicht nur Angehörige und Freunde, sondern auch die Gemeinde zusammen. Innerhalb einer Trauerfeier wird der Tod des Menschen öffentlich gemacht. Gleichzeitig wird der Verstorbene gewürdigt, die Hinterbliebenen erhalten Trost, es wird die Hoffnung auf die Auferstehung zum Ausdruck gebracht und an die Sterblichkeit aller Menschen erinnert.


Wichtige Fragen rund um die Bestattung und die Trauerfeier

Meist ist nach dem Tod eines geliebten Menschen die Trauer so groß, dass keine klaren Gedanken gefasst werden können. Dabei müssen im Rahmen der Bestattung beziehungsweise der Trauerfeier viele Dinge geklärt werden. Die folgenden Antworten leisten Ihnen eine erste Hilfestellung.

Kann ich allein über die Art der Bestattung entscheiden?
Wenn der Verstorbene vor seinem Tod Wünsche zu seiner Bestattung geäußert hat, sollten diese auf jeden Fall respektiert werden. Manchmal beinhaltet auch das Testament entsprechende Vorstellungen und Wünsche. Sind jedoch keine Aussagen oder Niederschriften bekannt, entscheiden die nächsten Angehörigen. Sprechen Sie mit dem Pastor über die Art der Bestattung, die Trauerfeier und die Auswahl der Lieder. Der Bestatter Ihres Vertrauens steht Ihnen natürlich ebenfalls zur Seite.

Wie sieht es mit der Zuständigkeit aus?
In der Regel übernimmt der Pastor jener Kirchengemeinde die Bestattung, in der der Verstorbene vor seinem Tod zuletzt Mitglied war. Ein kurzer Anruf im Sekretariat reicht aus, der Pastor setzt sich dann umgehend mit den Angehörigen in Verbindung. Sie können auch den Bestatter bitten, den entsprechenden Kontakt herzustellen.

Was ist, wenn sich der Verstorbene einen anderen Pastor gewünscht hat?
Auch dies ist natürlich möglich. Die zuständige Kirchengemeinde muss lediglich einen Abmeldeschein ausstellen, der als Dimissoriale bezeichnet wird. Im Anschluss sollte der gewünschte Pastor umgehend informiert werden.

Kirchliche Beerdigung trotz Kirchenaustritt: Geht das?
Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, haben sich bewusst gegen eine kirchliche Trauerfeier entschieden. Eine kirchliche Bestattung steht daher auch nur Mitgliedern der Kirche zu. Als Angehöriger haben Sie aber die Möglichkeit, sich angesichts Ihrer Trauer von Ihrem Pastor seelsorgerisch begleiten zu lassen, sofern Sie selbst Mitglied der Kirche sind.

Können sich Angehörige auch für eine ökumenische Bestattung entscheiden?
Bestattungen werden in der Regel nur in der Konfession des Verstorbenen durchgeführt. Im Einzelfall kann eine Ausnahme mit dem zuständigen Pastor abgesprochen werden.

Ist eine kirchliche Bestattung für ein Kind möglich, wenn es noch nicht getauft wurde?
Wenn die Eltern das wünschen, ist eine kirchliche Trauerfeier auch für noch ungetaufte, früh verstorbene Kinder möglich. Dies gilt auch für Kinder, die tot geboren wurden.

Ist ein Suizid ein Hinderungsgrund für eine kirchliche Bestattung?
Nein. Auch bei Selbsttötung hat der Verstorbene das Recht auf eine kirchliche Bestattung. Falls sich Angehörige angesichts des Freitods mit Schuldgefühlen quälen, sollten sie zusätzlich ein seelsorgerisches Gespräch mit dem Pastor führen.

Ist die kirchliche Trauerfeier immer öffentlich?
Grundsätzlich findet ein Trauergottesdienst immer an öffentlich zugänglichen Orten statt. Meist ist dies die Kirche oder eine Friedhofskapelle. Die Teilnahme kann daher auch niemandem verwehrt werden.

Sind Lieder bei einer Trauerfeier zwingend vorgeschrieben?
Selbstverständlich kann auf das Singen von Liedern verzichtet werden. Bedenken Sie jedoch, dass der Gesang unter Umständen Trost spendend und hilfreich sein kann. Sie selbst müssen ja nicht mitsingen, vielleicht gibt es aber im Trauergottesdienst Menschen, denen bestimmte Lieder wichtig sind. Alternativ haben Sie die Möglichkeit, instrumentale Stücke spielen zu lassen.

Was ist der Abschiedssegen beziehungsweise die Aussegnung?
Vor allem in kleinen Dörfern ist die Tradition der Aussegnung noch immer verbreitet. Dabei nehmen die Angehörigen im Zuhause des Verstorbenen Abschied von ihm. Der Abschiedssegen ist aber auch an anderen Orten möglich: im Hospiz beispielsweise, im Krankenhaus oder im Pflege- beziehungsweise Altersheim. Auch die Bestattungsunternehmen haben einen entsprechenden Abschiedsraum. Fragen Sie die Seelsorger in der Pflegeeinrichtung oder im Krankenhaus um Rat oder wenden Sie sich an die Gemeinde.

Und wenn der Verstorbene nicht auf dem Friedhof seiner Gemeinde bestattet werden möchte?
Hat der Verstorbene vor seinem Tod entsprechende Wünsche geäußert, ist dies seitens der Kirche zunächst einmal kein Problem. Allerdings regelt die Ordnung der örtlichen Friedhofsverwaltung, ob auf dem gewünschten Friedhof auch die Bestattung auswärtiger Verstorbener zulässig ist.

Sie haben weitere Fragen zu den Themen Tod und Trauer? Wenden Sie sich gerne vertrauensvoll an uns! Wir geben Ihnen Antworten und stehen Ihnen zur Seite. Sie erreichen uns wie folgt:

Unser Pfarrbüro erreichen Sie telefonisch zu den Sprechzeiten.

Albert-Schweitzer-Weg 5
49716-Meppen

Mo., Di., Fr. von 9.00 bis 12 Uhr
Do. von 15 bis 17 Uhr
Telefon: 0 59 31 – 12 467

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