Trauung

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Die kirchliche Trauung wird mit einem Gottesdienst gefeiert, in dem zwei Menschen vor Gott und der Gemeinde versprechen, ihren weiteren Lebensweg gemeinsam zu gehen. Für ihre Ehe bitten sie um Gottes Segen. Voraussetzung für die kirchliche Trauung ist die Eheschließung auf dem Standesamt, nur damit sind die Partner nach staatlichem Recht verheiratet. In der evangelischen Kirche ist die Ehe kein Sakrament.

Trauspruch

Zur Hochzeit sucht das Brautpaar einen Bibelvers aus, der den gemeinsamen Weg begleitet. Sie sind auf der Suche nach einem Trauspruch? Die Bibelspruch-Suche von evangelisch.de und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern hilft, in drei Schritten einen passenden Vers zu finden.

Häufige Fragen:

Ich bin nicht Mitglied der evangelischen Kirche, kann ich trotzdem kirchlich heiraten?

Antwort: Es reicht, wenn einer der beiden Partner Mitglied einer der Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland ist. Auch ökumenische Trauungen sind möglich, wenn einer der Partner katholisch und der andere evangelisch ist. Bei ökumenischen Trauungen wird das Paar sowohl nach evangelischem wie auch nach katholischem Ritus verheiratet.

Kein Sex vor der Ehe – wird das von der evangelischen Kirche noch gefordert?

Antwort: Nein. Die evangelische Kirche freut sich über alle Paare, die beschließen, ihren Lebensweg zusammen zu gehen und füreinander Verantwortung zu übernehmen. Es bleibt ihnen überlassen, verantwortungsvoll mit solchen Fragen umzugehen. Paare müssen selbst den Entschluss zur Heirat fällen, er darf ihnen nicht aufgenötigt werden.

Welche Möglichkeiten haben Paare, den Traugottesdienst mitzugestalten?

Antwort: Grundsätzlich geht die Kirche gerne auf Wünsche der Paare ein, solange sie dem christlichen Charakter des Gottesdienstes nicht widersprechen. Die zuständige Pfarrerin oder der zuständige Pfarrer wird darauf schauen, ob sich der Inhalt von bestimmten Liedern im Rahmen eines Gottesdienstes verantworten lässt. Er oder sie hat das letzte Wort bei der Gestaltung des Gottesdienstes. Paare sollten ihre Wünsche beim Traugespräch mit der zuständigen Pfarrerin oder dem zuständigen Pfarrer äußern und zusammen besprechen.

Wie läuft ein Traugottesdienst ab?

Antwort: Im Zentrum des Gottesdienstes steht der Segen und das Gebet für das Traupaar. Vor dem Segen stellt die Pfarrerin oder der Pfarrer dem Traupaar die Traufragen. Nach dem Segen können die Ringe getauscht werden, wenn das Paar dieses Ritual wünscht. Ein wichtiger Teil des Gottesdienstes sind außerdem die Lesungen und die Predigt. Es werden die Stellen aus der Bibel gelesen, die Ehe und Partnerschaft zum Thema haben. Dann predigt die Pfarrerin oder der Pfarrer über den Trauspruch, den sich das Traupaar zuvor ausgesucht hat. Dieser Spruch sollte aus der Bibel stammen.

Darf der Vater die Braut zum Altar führen?

Antwort: Anders als im englischsprachigen Raum hat dieses Ritual in Deutschland keine Tradition, da hier die Ehe in der Regel zuerst im Standesamt geschlossen wird. Das Paar ist also bereits verheiratet, wenn es in die Kirche kommt. Es war deswegen lange üblich, dass das Paar gemeinsam die Kirche betritt. Viele Pfarrerinnen und Pfarrer stehen der Brautübergabe auch deswegen skeptisch gegenüber, da es ihrer Meinung nach der Gleichstellung von Frau und Mann widerspricht. Sie argumentieren, dass das Ritual aus einer Zeit stammt, in der die Frau als Besitz erst des Vaters und dann des Ehemanns behandelt wurde. Trotz aller Bedenken werden viele Pfarrerinnen und Pfarrer wohl nicht widersprechen, wenn sich die Braut ausdrücklich wünscht, von ihrem Vater zum Altar geführt zu werden.

Die evangelische Kirche befindet sich momentan in einem Wandel, was die Anerkennung von homosexuellen Paaren angeht. Einige Landeskirchen haben die Trauung homosexueller Paare eingeführt und diese auch der Trauung heterosexueller Paare gleichgestellt. Das bedeutet, dass die Trauungen ganz normal in die Kirchenbücher eingetragen werden. In anderen Landeskirchen ist dies nicht der Fall. In den meisten dieser Landeskirchen wird aber ein Segnungsgottesdienst für homosexuelle Paare angeboten, wenn vorher der Kirchenvorstand der jeweiligen Gemeinde zugestimmt hat. Sollte eine Pfarrerin, ein Pfarrer oder eine Gemeinde einer Segnung von einem homosexuellen Paar einmal nicht zustimmen, kann sich das Paar in der Regel an eine andere Pfarrerin, einen anderen Pfarrer oder an eine andere Gemeinde wenden. Pfarrerinnen, Pfarrer und Kirchenvorstände sind ihrem Gewissen verpflichtet und daher frei, eine Segnung homosexueller Paare auch abzulehnen. Aber mit der Akzeptanz homosexueller Partnerschaften wächst auch die Bereitschaft, Paare in eingetragenen homosexuellen Partnerschaften zu segnen.